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Die verschiedenen Massagearten

Die Massagearten unterscheiden sich sehr stark in den theoretischen Grundlagen. Sie basieren auf den unterschiedlichsten Behandlungstheorien. Dadurch ist die Anzahl der wirkungsweisen auf den Körper sehr hoch. Die wichtigsten Wirkungsweisen sind:

- Steigerung der Durchblutung
- Entspannung der Muskulatur
- Lösen von Verklebungen und Narben
- Linderung des Schmerzes
- Entschlackung des Gewebes
- Einwirken auf innere Organe über Reflexbögen
- Psychische Entspannung
- Verbesserung des Zellstoffwechsels im Gewebe
- Entspannung von Haut und Bindegewebe

Die diversen Massagearten versuchen auf zwei verschiedenen Wegen eine Heilung oder Linderung beim Patienten zu erlangen. Die Behandlung der Haut und der Muskulatur an der Stelle, an welcher massiert wird, ist die klassische Methode. Weitestgehend schulmedizinisch anerkannt findet man diese Methode in den Lehrmitteln und Therapiebüchern.

Die zweite Methode macht sich die Reflexbögen zu nutze. Diese Art wird jedoch immer noch kritisch angeschaut und nur wenige dieser Massageformen werden von den Krankenkassen anerkannt. Anstatt die kranke Stelle zu behandeln, wird bei dieser Massageform das Areal, welches das kranke Organ repräsentiert, behandelt.

Um sich die beiden Methoden gut merken zu können, gibt man Ihnen einen einprägsamen Namen. Man spricht von der "direkten Wirkung" und der "reflektorischen Wirkung".

Direkte Wirkung

- Klassische Massage (Schwedische Massage)
- Ganz-/Teilkörpermassage
- Sportmassage
- Lymphdrainage
- Unterwassermassage
- Ayurveda Massage
- Bürstenmassage
- Esalen-Massage
- Lomi Lomi
- Romi
- Rhythmische Massage (nach Dr. med. Ita Wegman)
- Shiatsu
- Thai-Massage
- Hot Stone Massage
- Ganzheitliche Massage

Direkte Wirkung

- Akupressur
- Akupunktmassage (nach Penzel)
- Bindegewebsmassage
- Reflexzonenmassage (z.B. Fuss- oder Handreflexzonenmassage)
- Ausgleichende Punkt- und Meridian-Massage
- Periostmassage
- Kolonbehandlung
- Schlüsselzonenmassage (nach Marnitz)
- Segmentmassage
- Tuina-Massage
- Watsu
- Pneumatische Pulsationsmassage


Massagearten im Detail erklärt

Akupressur

Die Akupressur ist eine Heilmethode die aus der traditionellen chinesischen Massage (TCM) und japanischen Medizin stammt.

Es werden wie bei der Akupunktur Meridiane und bestimmte Druckpunkte ausgenutzt. Es wird angenommen, dass die Akupressur der Vorläufer der Akupunktur ist.

Akupunktmassage

Die Akupunktmassage (APM) ist eine Behandlungstechnik, die an die chinesische Akupunktur angelehnt ist. Jedoch wird dabei ohne Nadeln gearbeitet. Deshalb wird diese Technik in vielen Ländern auch von Nichtmedizinern angeboten.

Bei der Akupunktmassage arbeitet man mit externem mechanischem Druck, wobei der Behandelnde mit einem kleinen Metallstab entlang der Akupunktmeridiane streicht. Wie schon bei der Akupressur werden auch hier Akupunkturpunkte direkt stimuliert.

Die APM kann auch an Tieren erfolgreich angewendet werden (besonders bei Pferden).

Ayurveda

Ayurveda ist der Name für eine traditionelle indische Heilkunst. Uebersetzt heisst es "Lebensweisheit". Es stammt aus dem indischen Sanskrit und setzt sich aus den Wörtern Ayur (Leben) und Veda (Wissen) zusammen.

Ayurveda ist eine Kombination aus empirischer Naturlehre und Philosophie, die sich auf die für menschliche Gesundheit notwendigen physischen, mentalen, emotionalen und spirituellen Aspekte konzentriert, welche wichtig für die Gesundheit bzw. Krankheit sind. Durch das hat Ayurveda einen ganzheitlichen Anspruch, da der ganze Mensch mit einbezogen wird.

Die Vermeidung von ernsthaften Erkrankungen ist das Ziel der ayurvedischen Heilkunst. Man versucht den Erlöser der Erkrankung zu verstehen und ungesunde Angewohnheiten abzustellen. Es gibt eine Reihe von Behandlungen, die vor allem dem Körper dabei helfen sollen, "sich selbst zu helfen".

Der Begriff Ayurveda oder eine Berufsbezeichnung in Verbindung mit dem Namen Ayurveda ist in den meisten Ländern der Welt nicht geschützt. So kann jeder Mensch ohne Auflagen entsprechende Anwendungen anbieten.

In Indien müssen Ayurveda-Aerzte (gleich wie Schulmediziner) 6 Jahre lang studiert haben um danach ein Staatsexamen in ayurvedischer Heilkunst abzulegen. An rund 40 Universitäten wird dieser vollständige Studiengang gelehrt. Nach weiteren 3 Jahren Praxis darf man sich Doctor of Ayurveda nennen. Rund 4000 Mediziner erhalten jährlich in Indien die Ayurveda-Zulassung.

Auch im deutschprachigem Raum gibt es einige seriöse Ayurveda-Institute, die eine gute Ausbildung nach indischen Standards anbieten. Ein hervorstechendes Qualitätsmerkmal besteht darin, dass das vermittelte Wissen auf den alten Texten basiert und auf westliche Lebensbedingungen übertragen wird.

Im Westen ist Ayurveda im Bereich der Wellness zum Modetrend geworden. Somit gibt es leider Personen, die viel zu wenig ausgebildet sind (z.B. Absolventen eines Wochenend-Crash-Kurses für Ayurveda die sich dann nach zwei Tagen Ayurveda-Therapeut/Therapeutin nennen).

Babymassage

Der bekannte französische Arzt Leboyer brachte die Babymassage von Indien nach Europa. Bei dieser Massage werden einzelne Körperteile des Babys in bestimmter Reihenfolge massiert. In der Regel wird sie mit Mandelöl sehr sanft und zärtlich durchgeführt. Die zärtliche Berührung gibt dem Baby Wärme und Geborgenheit und hat grossen Einfluss auf die spätere Entwicklung des Kindes. Babymassage-Kurse werden unter anderen von Hebammen und Elternvereinen angeboten.

Bindegewebsmassage

1929 wurde die Bindegewebsmassage von Elisabeth Dicke begründet.

Mit der Bindegewebsmassage nach Dicke wird nach einem strengen Behandlungsaufbau vorgegangen. Die Behandlung fängt immer mit dem kleinen Aufbau an. Darunter werden Arbeitsgänge in der Beckenregion verstanden. Nach wenigen Behandlungen werden die einzelnen Striche auf den ganzen Rücken bzw. später unter Einbeziehung des Bauches (grosser Aufbau) ausgeführt.

Bürstenmassage

Der Patient wird mit Naturhaarbürsten massiert. Durch die kreisenden Bewegungen kommt es zu einer durchblutungsfördernden und somit kreislaufanregenden Wirkung. Die Bürstenmassage kann auch in Eigenbehandlung erfolgen.

Esalen-Massage

Bei dieser Massageart wird mehr Oel verwendet als bei der Klassischen Massage, jedoch weniger als bei der Hawaiianischen Massage (Lomi Lomi). Ein wichtiger Inhalt ist die nährende Berührung. Die Technik ist auch als "Kunst der Bewussten Berührung" bekannt. In Frankreich ist die Esalen-Massage als Kalifornische Massage bekannt. Art of Touch heisst die von den Schülern gegründete Technik. Das Esalen Center in Big Sur (Kalifornien) wurde 1962 eröffnet. Die Esalen-Massage wurde dort bekannt und ist unter diesem Namen geschützt. Praktizierende der Esalen-Massage sind von der EMBA (Esalen-Massage and Bodywork Association) lizenziert.

Ganz-/Teilkörpermassage

Man teilt die Massage in Ganz- und Teilkörperbehandlung ein. Wenn man von den Beinen an beginnend den ganzen Körper massiert, ist das eine Ganzkörpermassage. Nach den Beinen werden die Arme, der Rücken und der Nacken massiert. Die Massage kann auf die Brust, den Bauch und das Gesicht ausgeweitet werden. Die Ganzkörpermassage wird selten als medizinische Behandlung verschrieben. Meistens findet man sie als ganzheitliche Massage mit abgeschwächten Handgriffen.

Nur ein Körperteil wird bei der Teilkörpermassage behandelt. Als Körperteil zählen beide Arme und beide Beine. Daraus ergeben sich dann folgende Teilmassagebereiche: Beine, Rücken (mit Po und Nacken), Arme, Brust, Bauch und Gesicht. Diese Art von Einteilungen liest man eigentlich nur in den Theoriebüchern nach. Jeder Masseur hat seine eigene Art der Massage und wird bei Bedarf und Notwendigkeit die Teilkörpermassage auf die angrenzenden Gebiete ausweiten.

Ganzheitliche Massage

Bei den Ganzheitlichen Massagen wird der Mensch als ganzes betrachtet. Dadurch unterscheidet sie sich von der Klassischen Massage, die sich auf die physischen Zustände konzentriert. Ganzheitliche Massagemethoden sind z.B. die Esalen-Massage, Lomi Lomi oder Shiatsu.

Hot Stone Massage (Warmsteinmassage)

Bei der Hot Stone Massage werden aufgeheizte Steine auf den Körper gelegt. Ziel ist die Entspannung der Muskeln durch Wärme. Die Warmsteinmassage stammt nicht nur aus Asien. Im kompletten asiatisch/pazifisch/
amerikanischen Raum wird diese Massageart seit Urzeiten angewendet.

Klassische Massage

Die Klassische Massage (auch Schwedische Massage) genannt wird weltweit von Masseuren, Physiotherapeuten und Aerzten angewendet und ist daher eine der bekanntesten Massageformen. Die Klassische Massage ist medizinisch und wissenschaftlich anerkannt und es bestehen keine Zweifel an ihrer Wirkung.

Zu den Indikationen der Klassischen Massage gehören Verspannungen, Verhärtungen, Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Wirbelsäulensyndrome oder posttraumatische Veränderungen). Durch die Reflexbögen können sich Erkrankungen der inneren Organe an der Haut oder an den Muskeln zeigen bzw. umgekehrt Verspannungen der Muskeln sich auf die Organe auswirken. Die Klassische Massage kann in diesen Fällen Heilung bringen. Jedoch sind auch Therapien wie die Bindegewebsmassage nützlich. Auch in der Neurologie wird die Massage angewendet. Dort werden besonders Paresen, Spastiken, Neuralgien sowie Sensibilitätsstörungen behandelt. Weiter kommen noch die auf Stress zurückführenden psychosomatischen Krankheitsbilder dazu. Diese beziehen sich hauptsächlich auf das Herz und den Blutkreislauf.

Alle akuten Entzündungen sollten NICHT mit Massage behandelt werden. Dazu zählen z.B. fieberhafte Erkrankungen sowie Erkrankungen der Gefässe. In diesen Fällen ist der Körper bereits schon stark beansprucht. Durch Massage würde er noch zusätzlicher belastet werden. Bei Erkrankungen der Haut kann Massage zur Verschlechterung der Krankheit beitragen. Ebenso können Keime verschleppt oder der Therapeut angesteckt werden. Auch bei traumatischen Verletzungen ist die Massage strengstens untersagt. Dies gilt auch bei Tumoren. Eine Massage kann da ein erhöhtes Wachstum und eine gesteigerte Metastasierung auslösen.

Bei der Klassischen Massage gibt es fünf Handgriffe, die aufgrund ihrer Wirkung in den unterschiedlichen Phasen einer Massage angewendet werden:

Effleurage (Streichung): Der angenehmste und entspannenste Handgriff der Massage. Die Streichung wird vor allem am Anfang zum Verteilen des Oels (oder Creme) eingesetzt und um die Haut des Patienten an die Hand des Therapeuten zu gewöhnen. Während der Behandlung dient die Effleurage als "Erholung" zwischen den stärkeren Griffen. Am Ende der Massage wird die Streichung zur Entspannung der gestressten Muskulatur und zur Erholung für den Patienten angewendet.

Petrissage (Knetung, Walkung): Die Haut und Muskulatur wird entweder zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger oder mit der ganzen Hand bzw. beiden Händen gefasst und geknetet/gewalkt. Die Wirkung auf die Muskulatur wird bei der Knetung von den Händen des Therapeuten erzeugt. Bei der Walkung durch den Druck des Muskels auf die darunterliegenden Knochen. Vor allem um Verspannungen zu lösen werden diese beiden Griffe verwendet. Sie verbessern die Durchblutung und wirken auf die Muskulatur und das Unterhautbindegewebe.

Friktion (Reibung): Die Fingerspitzen oder die Handballen führen kleine, kreisende Bewegungen auf dem Muskel aus. Dieser Griff ist sehr wirksam bei Verspannungen und Verhärtungen der Muskulatur. Da er sehr kraftvoll ist und starke Schmerzen und eventuell sogar Verletzungen verursachen kann, muss die Friktion sehr vorsichtig eingesetzt werden.

Tapotement (Klopfung): Mit der Handkante, der flachen Hand oder den Fingern werden kurze, schlagende Bewegungen ausgeführt. Diese Bewegungen fördern die perphere Durchblutung und verändern den Tonus der Muskulatur.

Vibration (Erschütterung): Durch Muskelzittern werden Vibrationen vom Therapeuten erzeugt. Die Fingerspitzen oder die flache Hand wird aufgelegt und der Masseur erzeugt das Muskelzittern. Die Wirkung kann bis in tiefer gelegene Gewebe und Organe reichen. Dieser Handgriff ist lockernd und hat deshalb auch eine krampflösende Wirkung.

Kolonmassage

Die Kolonmassage (Kolonbehandlung) ist von P. Vogler eingeführt worden. Die Massage regt die Beweglichkeit des Darmes an und wird bei einem Blähbauch oder Verstopfung angewendet. Sie wird am liegenden Patienten vorgenommen. Vor der Behandlung ist der Darm und die Harnblase zu entleeren.

Lomi Lomi (Traditionelle Hawaiianische Massage)

Die traditionelle Hawaiianische Massage stammt von den hawaiianischen Inseln (früher Sandwich Inseln genannt) in Polynesien. Massage heisst auf Hawaiianisch "Lomi Lomi". Ausserhalb von Hawaii nennt man die Hawaiianische Massage Lomi Lomi.

Lomi Lomi kommt aus der traditionellen Heilkunst von Hawaii und ist Bestandteil von der Naturheilkunde (besonders mit der Kräuterheilkunde). Die Massage dauert normalerweise 2 Stunden und mehr. Man verwendet viel Oel, welches man früher von der Kukui Nuss nahm. Neben den Händen wird auch viel mit den Unterarmen gearbeitet. Der Lomi Lomi-Masseur muss deshalb eine besondere Haltung einnehmen, die dem Hawaiianischen Kampfsport (Lua) sehr ähnlich ist. Gemäss der Hawaiianischen Tradition ist das Ziel von Lomi Lomi die Harmonie (Lokahi) von Körper, Geist und Seele des Menschen. Das traditionelle Hawaiianische Konzept von Mana (Lebenskraft) ist dabei massgebend.

Lomi Lomi boomt derzeit sehr stark im Wellnessbereich.

Manuelle Lymphdrainage

Die manuelle Lymphdrainage ist eine Therapieform der physikalischen Anwendungen. Seit den 60er Jahren hat sich diese Therapie etabliert und wird seit dem in Massage- und Krankengymnastikschulen gelehrt. Entwickelt wurde die Lymphdrainage von Dr. Földi und Dr. Vodder. Die Therapeuten sind hauptsächlich Masseure, Krankengymnasten sowie Physiotherapeuten. Angewendet darf sie nur werden, wenn der Therapeut über die entsprechende Ausbildung verfügt.

Die Wirkungsweise der manuellen Lymphdrainage ist breit gefächert. Sie dient hauptsächlich als Oedem- und Entstauungstherapie geschwollener Körperregionen wie z.B. Körperstamm und Extremitäten (Arme und Beine). Durch kreisförmige Verschiebetechniken, die mit leichtem Druck angewandt werden, wird die Flüssigkeit aus dem Gewebe in das Lymphgefässsystem verschoben. Die Manuelle Lymphdrainage wirkt sich vorwiegend auf den Haut- und Unterhautbereich aus und soll keine Mehrdurchblutung (wie in der Klassischen Massage) bewirken.

Bei Schmerzbekämpfung und auch vor/nach Operationen wird die Manuelle Lymphdrainage angewendet. Das geschwollene, mit Zellflüssigkeit überladene Gewebe wird damit entstaut. Der Patient ist dadurch deutlich erleichtert, Schmerzmittelabgaben können verringert werden und der Heilungsprozess verläuft schneller. Genauestens sollte man jedoch dabei die Kontraindikationen (Gegenanzeigen) beachten.

Meridianmassage

Die Meridianmassage stammt aus Asien und ist eine spezielle Massagetechnik die zur Harmonisierung von Körper, Geist und Seele führt. Sie folgt den Verläufen der Meridiane des Körpers und kann Entwicklungsprozesse auslösen bzw. fördern sowie Dinge bewusst machen, die sich aus dem Unterbewussten störend auf das Befinden auswirken.

Periostmassage

Die Periostmassage ist eine punktförmig angesetzte Druckmassage, die an dafür geeigneten Knochenflächen vorgenommen wird. Die Behandlung wird mit der Fingerbeere oder dem Knöchel eines Fingers durchgeführt. Die Wirkung besteht in der örtlichen Anregung der Durchblutung und der Zellregeneration, vor allem des Periostes (der Knochenhaut), aber vor allem in der reflektorischen Beeinflussung von Organen, welche meist mit den behandelten Periostflächen nervlich verbunden sind.

Pneumatische Pulsationsmassage

Mit der Pneumatischen Pulsationsmassage werden die Wirkungen von zwei seit langer Zeit bekannten Therapien (Massage und Schröpfen) kombiniert. Durch einen pulsierenden Wechsel von dosierbarem Unterdruck und atmosphärischem Druck wird im Massagegebiet das Gewebe in Schwingung versetzt.

Gezielt angeregt wird dadurch die Durchblutung und Durchlymphung sowie die Fettverbrennung aktiviert und das Bindegewebe gefestigt. Aus dieser komplexen Wirkweise leiten sich eine Vielzahl von Indikationen im therapeutischen wie auch im kosmetischen Bereich ab.

Orthopädische Probleme, Verspannungen, Verstauchungen, Schmerzbehandlung, Migräne, Verklebungen und Verwachsungen nach Operationen (auch im tiefen Bauchraum), Durchblutungsstörungen sowie Stoffwechselprobleme gehören zu den bevorzugten therapeutischen Indikationen.

Im Bereich der Kosmetik empfiehlt sich der Einsatz der Pulsationsmassage bei Cellulite, Faltenglättung, Schwangerschaftsstreifen, Tränensäcken, Doppelkinn und Hautstraffung. Daneben ist auch einfach die entspannende Spezialmassage im Wellnessbereich zu erwähnen.

Reflexzonenmassage

Dies ist eine physiotherapeutische Behandlungsform, die in den Bereich der Erfahrungsheilkunde einzuordnen ist. Man sagt, dass die Reflexzonenmassage in vielen Fällen eine schulmedizinische Behandlung sinnvoll ergänzen könne - diese jedoch nicht ersetzen kann.

Die Reflexzonen sollen alle Organe und Muskelgruppen auf der Hautoberfläche und im Haut-/Unterhautbereich zeigen können. Die Zonen gibt es am Rücken, am Fuss, an der Hand, am Ohr, an der Nase und am Schädel. Diese Zonen können entweder diagnostisch oder im Rahmen einer Befundaufnahme bzw. therapeutisch (Reflexzonenmassage, Akupunktur, Akupressur) eingesetzt werden können.

Rhythmische Massage

Die Rhythmische Massage ist eine in ihrer Wirksamkeit und Griffqualität erweiterte Form der klassischen Massage. Die in der klassischen Massage ausgebildete Dr. Ita Wegman hat die Rhythmische Massage entwickelt.

Die Rhythmische Massage wirkt primär auf den Flüssigkeitsstrom des Gesamtorganismus. Die Griffe beeinflussen örtlich rhythmisch über das Unterhautzellgewebe diesen Flüssigkeitsstrom.

Blut und Lymphe sind Träger der Körperwärme. Mit Ihrer lösenden und saugenden Griffqualität von geschulten Händen des Therapeuten unterstützt die Rhythmische Massage das ungehinderte rhythmische Fliessen indem sie das Gewebe durchlässig macht und somit eine der Voraussetzungen für Gesundheit fördert.

Die Rhythmische Massage gleicht aus, belebt die Flüssigkeits- und Wärmeströme, regt dadurch die Selbstheilungskräfte an und stärkt die Initiativkraft des Menschen.

Während der Nachtruhe reagiert der Organismus auf die Behandlung und verarbeitet sie.

Die vielschichtige Wirkungsweise ist der besondere Nutzen der Rhythmischen Massage. Durch die Art der Berührung ist sie schon während der Behandlung wohltuend.

Romi

Romi ist die tahitianische Sprachform des hawaiianischen Wortes Lomi. Es steht ganz einfach für das Wort Massage. Heute noch werden Massagen unter diesem Namen in französisch Polynesien (z.B. Tahiti, Marquesas etc). und in Frankreich angeboten.

Schlüsselzonenmassage und manuelle Therapie nach Dr. Marnitz

Die Schlüsselzonenmassage und die manuelle Therapie nach Dr. Marnitz ist eine Behandlungsmethode der physikalischen Therapie. Ideal ist die Kombination aus kleinflächig gezielter Tiefenmassage an Muskulatur, Sehnen, Bändern und Gelenken, aus mobilisierenden manualtherapeutischen Massnahmen und einem individuell erstellten Uebungsprogramm.

Sie ist ein ganzheitliches Behandlungskonzept. Der Organismus wird als Einheit betrachtet. Die Therapie von Marnitz wirkt direkt und reflektorisch. Die Schlüsselzonenmassage eignet sich vor allem bei orthopädischen Erkrankungen zur Mobilisation und Schmerzlinderung bei chronischen und akuten Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen, bei Bewegungseinschränkungen und zur Behandlung vor und nach Operationen. Nebenbei verbessert sie die Funktion der inneren Organe (durch Lösung von Blockaden an Gelenken und Wirbelsäule über das vegetative Nervensystem). Diese Behandlungsmethode ist auch für Oedempatienten geeignet, da sie nicht grossflächig die Durchblutung fördert.

Segmentmassage

Die Grundlage der Segmentmassage ist der Zusammenhang der Hautnervenbezirke mit bestimmten Rückenmarkssegmenten. Jegliche über das Rückenmarkssegment auf das Organsystem ausgebreiteten Störfelder können mit Hilfe der Segmentmassage beseitigt werden.

Shiatsu

Shiatsu ist eine Form der Körpertherapie die in Japan entwickelt wurde. Sie stammt aus der traditionellen chinesischen Massage (Tuina) ab. Uebersetzt heisst das Wort Shiatsu "Fingerdruck". Jedoch umfasst die Behandlung viel mehr. Zur Berührung wird der ganze Körper eingesetzt. Der Behandelnde arbeitet weniger mit Muskelkraft aber mehr mit Körpergewicht. Man versucht bei der Behandlung eine energetische Beziehung zum Patienten aufzubauen (mit Energie ist hier Qi gemeint).

Shiatsu basiert auf den Vorstellungen der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), vor allem den in der ZCM entwickelten Meridiansystem (System von Energieleitbahnen) und dem System der Fünf Wandlungsphasen (Fünf Elemente). Bei Shiatsu werden nicht nur die einzelnen Punkte am Körper stimuliert. Es wird entlang der verbindenden Meridiane behandelt. Weiter umfasst Shiatsu auch eine Vielzahl an Mobilisierungsübungen für den Körper.

Das Ziel von Shiatsu ist, durch Berührung des Körpers das physische, emotionale und geistige Wohlbefinden zu fördern und Möglichkeiten der Entfaltung und Entwicklung aufzuzeigen.

Sportmassage

Angewendet wird die Sportmassage zur Vorbereitung für Training oder Wettkampf sowie zur Lockerung von Verspannungen nach sportlichen Aktivitäten. Die Sportmassage fördert ebenfalls das Wohlbefinden des Sportlers und erhöht die Leistungsfähigkeit.

Thai-Massage

Die Thai-Massage, auch Nuad genannt, ist eine historisch und seit ca. 3000 Jahren nachgewiesene Heilbehandlung. Bei der Thai-Massage erfolgt eine mechanische Einwirkung auf Akupressurpunkte, die auf die inneren Organe reflektieren. Dabei werden die Energielinien des Körpers (ähnlich wie in der Chinesischen Akupunktur) systematisch bearbeitet. Handballen, Daumen, Ellenbogen und Füsse werden zur Behandlung eingesetzt.

Die in den letzten Jahren weltweit verbreitete kraftvolle Technik löst meistens ein grosses Wohlbefinden aus. Zur Genesung von Verspannungen und Verhärtungen des Körpers sind immer mehrere Behandlungen notwendig.

Tuina

Tuina ist eine sehr alte, manuelle Behandlungsmethode und fester Bestandteil der Traditionellen Chinesischen Medizin. Das Ziel ist die Herstellung des Gleichgewichts von Yin und Yang. Blockierte Meridiane sollen geöffnet und der Energiekreislauf angeregt werden.

Unterwassermassage

Dies ist eine manuelle Massage im Vollbad oder mit Hilfe eines geführten und einstellbaren Wasserstrahls. Automatische Muskelentspannung im Wasser sowie Auftrieb und Wärme des Wassers unterstützen die Wirkung der Unterwassermassage.

Watsu

Harold Dull, Leiter der Harbin School of Shiatsu and Massage, entwickelte 1980 Watsu und lehnte diese Therapie sehr stark an die Theorien von Shiatsu an.

Watsu, auch Water Shiatsu genannt, ist eine Sonderform der hydrotherapeutischen Anwendungen. Der Therapeut befindet sich mit dem Patienten im Wasser. Er bewegt diesen nach vorgegebenen Figuren und verbindet dabei die positiven Eigenschaften des Wassers mit den Grundlagen des Shiatsu. Die Behandlung findet in ca. 35 Grad warmen Wasser statt. Vor allem die Auftriebskraft, die die Bewegungen erleichtert und Gegenstände bis zu 1/10 leichter machen, sind wichtige Faktoren von Watsu. Der auf diese Art entlastende Körper des Patienten wird passiv gedehnt und gestreckt. Die Bewegungen beziehen sich auf die Meridiane, haben jedoch gleichzeitig eine ähnliche Wirkung wie jede andere Bewegungstherapie.

Bei Watsu darf sich der Patient nie in einer Situation befinden, wo er selber reagieren muss. Er muss sich vollkommen auf den Therapeuten verlassen können und dieser muss ständig die Kontrolle über den Körper des Patienten haben. Die wichtigste Wirkung von Watsu ist die tiefe Entspannung. Das Vertrauen zum Therapeuten, dessen Kontrolle und das warme Wasser kann ein Gefühl von Schwerelosigkeit entstehen lassen. Dies kann bewusst als auch unbewusst aufgenommen werden. Dazu kommen noch die allgemeinen Wirkungen des Wasser wie z.B. verbesserte Durchblutung und Entlastung der Gelenke.

Infolge der entspannenden Wirkung kann Watsu sehr effektiv bei der psychischen Rehabilitation eingesetzt werden. Auch im Bereich der Wellness findet man häufig Watsu.

Personen mit Herzkrankheiten bzw. Neigung zu eptileptischen Anfällen sollten vor einer Therapie Kontakt mit Ihrem Arzt aufnehmen. Watsu sollte bei folgendem NICHT angewendet werden: Fortgeschrittene arteriosklerotische Erkrankungen, offene Hauterkrankungen, Chlorallergie (bei Behandlung in Schwimmbädern mit Chlor).



Massage - Die Geschichte

Ursprung und Entwicklung

Als eines der ältesten Heilmittel der Menschheit gilt die Massage. Ihren Ursprung hatte die Massage sehr wahrscheinlich im Osten Afrikas und Asien (Aegypten, China, Persien). Bereits 2600 v. Chr. hatte der Chinese Huang-ti erste Massagehandgriffe und gymnastische Uebungen beschrieben. In Verbindung mit ätherischen Oelen und Kräutern gibt es auch frühe Nachweise in der indischen Ayurveda.

Durch den griechischen Arzt Hippokrates (460-375 v.Chr.) ist die Massage schliesslich nach Europa gekommen. Damals spielte sie eine essentielle Rolle bei der Rehabilitation der Gladiatoren. Hippokrates erkundet und vertieft die Geheimnisse der Massage und schrieb seine Erkenntnisse und Tipps zur Anwendung nieder.

Der Römer Claudius Galenus (129-199), der zweite bedeutende Arzt der Antike, befasst sich ebenfalls mit der manuellen Therapie und schrieb zahlreiche Abhandlungen über die von ihm entworfenen Massageformen und bei welchen Erkrankungen diese anzuwenden seien. Trotz seines Einflusses, der bis weit in das Mittelalter reicht, verliert die Gesellschaft das Interesse an Massagen und anderen Präventions- und Therapiemassnahmen.

Wiederentdeckung

Im 16. Jahrhundert (gegen Ende des Mittelalters) wurde die Massage durch den Arzt und Alchemisten Paracelsus (1493-1541) wieder zum Thema in der Medizin. Jedoch sträubte sich Paracelsus gegen die Lehren von Galenus, insbesondere gegen die Viersäftelehre, und machte sich somit unter seinen Kollegen viele Feinde. Der französische Arzt Ambroise Paré (1510-1590) etablierte schliesslich die Massage in der modernen Medizin. Er verwendete sie als Rehabilitationstherapie nach Operationen.

Weiterentwicklung und Gegenwart

Mit Pehr Henrik Ling (1776-1836) begann die "Schwedische Epoche" der manuellen Therapie. Zuerst war Ling Gymnastik- und Fechtlehrer und gründete dann 1813 in Stockholm das "Zentralinstitut für Heilgymnastik und Massage". Dort lehrte er seine Auffassungen von Massage und Gymnastik. Seine von ihm entwickelten Handgriffe werden als Reiben, Drücken, Walken, Hacken und Kneipen bezeichnet. Der holländische Arzt Johann G. Metzger (1839-1901) war ebenfalls stark an der Weiterentwicklung der klassischen Massage beteiligt. Dank der Arbeit Metzgers in Amsterdam konnte der Massage das Tor zur Wissenschaft und zur Medizin geöffnet werden. Die Wirkung der Massage konnte von da an nicht mehr geleugnet werden.

Die Technik der schwedischen Massage wurde zuerst von den Amerikanern übernommen und erst Ende des 19. Jahrhunderts durch den Berliner Orthopäden Albert Hoffa (1859-1907) in Deutschland eingeführt. Hoffa gab der schwedischen Massage den letzten Feinschliff und verbreitete sie in der heute bekannten Form. Er setzte die Massage speziell für den Bewegungsapparat ein und verbindete sie mit einer gelenkspezifischen Uebungsbehandlung. Jeder seiner Assistenzärzte musste die Massage erlernen und praktizieren, weil er der Auffassung war, dass nur Aerzte "pathologische Produkte der Muskulatur palpieren und massieren" können.

Es wurden immer mehr spezifischere Massagegriffe entwickelt und dies führte weg von der direkten Wirkung auf Haut und Muskeln. Die Bedeutung der Reflexbögen wurden von Head (1889) und Mackenzie (1917) entdeckt und sie begründeten damit die Reflexzonentherapie. Prof. Kohlrausch baute auf diesem Wissen auf und erforschte die Beeinflussung innerer Organe durch gezielte Reize der Haut. Kohlrausch kam auf diese Form der Therapiemöglichkeit durch die Selbstversuche der Physiotherapeutin Elisabeth Dicke (1884-1952). Dicke gilt als die Erfinderin der Bindegewebsmassage. Zum gleichen Zeitpunkt erfand Dr. Paul Vogler (Arzt und Physiotherapeut) die Kolonbehandlung sowie die Periostmassage. Das Prinzip Lymphdrainage entwickelte ein paar Jahre später der dänische Dr. Emil Vodder zusammen mit seiner Frau Estrid. Lymphdrainage ist heute zusammen mit der klassischen Massage die am meisten angewendete Behandlung aus dem Bereich der manuellen Therapie.

Früher waren die Aerzte für Massage und Reflexzonentherapie zuständig. Heute werden diese Behandlungen von Masseuren und Physiotherapeuten ausgeführt.




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